Über mich – Anna Morgenroth

Anna Morgenroth

Über mich

Man verbringt Monate oder Jahre damit, sich glaubwürdige Figuren auszudenken. Und dann soll ausgerechnet die eigene Person in ein paar Sätzen beschrieben werden. Das ist überraschend schwierig.

Dies ist ungefähr mein eintausenddreihundertfünfundzwanzigster Versuch.

Mein Name ist Anna Morgenroth. Den habe ich mir selbst ausgesucht. Autorinnen dürfen das. Schließlich suchen sie auch für ihre Figuren die passenden Namen aus – warum also nicht für sich selbst?

Anna Morgenroth an ihrem Schreibtisch mit Blick ins Grüne und ihren beiden Katzen
Auf Reisen neue Eindrücke sammeln

Irgendwann habe ich einmal Geisteswissenschaften studiert. Das ist zwar eine hübsche Information für ein Autorenprofil, erklärt aber nicht wirklich, warum ich Geschichten schreibe. Mein Leben verlief lange in sehr geordneten Bahnen. Die Geschichten waren geduldiger als ich. Sie haben einfach so lange gewartet, bis ich bereit war, sie aufzuschreiben.

Geschrieben wird bei mir quer durch die Genres: Kinder- und YA-Fantasy, Fantasy für Erwachsene, Krimis und Krimikurzgeschichten. Manche nennen das fehlende Spezialisierung. Ich nenne es Neugier. Und weil ich auf eine Ghostwriter-Armee bislang verzichten musste, dauert das mit den Büchern gelegentlich etwas länger. Dafür kenne ich jede Figur persönlich. Samt ihrer Macken.

Neben dem Schreiben kümmere ich mich um ein erwachsenes und ein möchtegernerwachsenes Kind. Wer jetzt glaubt, das würde den Alltag berechenbarer machen, überschätzt den Einfluss des Erwachsenenalters erheblich. Meine beiden Katzen beobachten das Geschehen mit professioneller Gelassenheit und erinnern mich regelmäßig daran, dass Futter, Streicheleinheiten und geöffnete Türen grundsätzlich Vorrang vor kreativen Eingebungen haben. Gelegentlich dienen sie als Inspiration für Katzen-Kurzkrimis. Interviewanfragen ignorieren sie allerdings konsequent.

Wenn ich nicht gerade schreibe oder familiäres Krisenmanagement betreibe, bin ich am liebsten draußen unterwegs. Ich bin Mitglied im Bund Naturschutz, freue mich über jede Wildbiene, jeden Schmetterling, jeden Igel und jedes Eichhörnchen und bilde mir gern ein, dass mein Garten und ich gemeinsam die Welt ein kleines bisschen retten. Ob das stimmt, müssen die Bienen entscheiden.

Und wenn mir die Ruhe meines kleinen, fränkischen Heimatortes irgendwann doch zu ruhig wird, packe ich den Koffer und sammle anderswo neue Eindrücke. Irgendwo zwischen Reisen, Natur, Katzen, Familienchaos und viel zu vielen Ideen entstehen dann meine Geschichten. Meistens jedenfalls. Manchmal entsteht auch nur der feste Vorsatz, morgen ganz bestimmt weiterzuschreiben. Momentan liefern sich ja Irland und Peru ein hartnäckiges Wettrennen um meine Fantasie. Ob daraus irgendwann ein neues Buch wird? Ich würde es nicht ausschließen. Meine Ideen halten sich ohnehin nur selten an den ursprünglichen Plan.

Zwischen den Welten der Fantasy